Mit diesem Rechner ermittelst du die Übersetzung, die Entfaltung (auch Ablauflänge genannt) und die daraus resultierende Geschwindigkeit deiner Fahrrad-Schaltung. Du gibst die Zähnezahl von Kettenblatt und Ritzel ein, wählst deine Laufradgröße und trägst die Reifenbreite ein – so fließt der tatsächliche Abrollumfang exakt in die Rechnung ein. Für den Jugendradsport kannst du zusätzlich eine Altersklasse wählen und sofort sehen, ob deine Übersetzung die BDR-Ablauflänge einhält. Alles rechnet lokal im Browser, ganz ohne Anmeldung.
So funktioniert der Rechner
Du brauchst vier Angaben: die Zähnezahl des Kettenblatts (vorne), die des Ritzels (hinten), deine Laufradgröße (die Felgengröße nach ETRTO) und die Reifenbreite in Millimetern. Optional stellst du deine Trittfrequenz ein, um die Geschwindigkeit zu sehen.
Als Ergebnis bekommst du das Übersetzungsverhältnis, die Entfaltung in Metern pro Kurbelumdrehung, den Abrollumfang des Laufrads, die Geschwindigkeit bei der gewählten Trittfrequenz sowie die „Gear Inches“ – eine international gebräuchliche Kennzahl für die Gangwahl.
Übersetzung und Entfaltung – die Formeln
Das Übersetzungsverhältnis ist einfach das Verhältnis der Zähnezahlen:
Übersetzung = Zähne Kettenblatt ÷ Zähne Ritzel
Die Entfaltung (Ablauflänge) ist die Strecke, die das Rad bei einer vollen Kurbelumdrehung zurücklegt. Sie ergibt sich aus Übersetzung und Abrollumfang:
Entfaltung = Übersetzung × Abrollumfang
Der Abrollumfang wiederum folgt aus dem Laufraddurchmesser:
Durchmesser = Felge (ETRTO) + 2 × ReifenbreiteAbrollumfang = π × Durchmesser
Beispiel: Kettenblatt 44, Ritzel 16, Felge 622 mm, Reifen 37 mm. Durchmesser = 622 + 2 × 37 = 696 mm, Abrollumfang = π × 696 ≈ 2.187 mm. Übersetzung = 44 ÷ 16 = 2,75. Entfaltung = 2,75 × 2,187 m ≈ 6,01 m pro Kurbelumdrehung.
Warum Laufradgröße und Reifenbreite zählen
Zwei Räder mit derselben Schaltung, aber unterschiedlichen Reifen legen pro Kurbelumdrehung unterschiedlich weite Strecken zurück. Ein breiterer Reifen vergrößert den Durchmesser und damit den Abrollumfang – die Entfaltung wird länger, das Rad fährt bei gleicher Trittfrequenz also etwas schneller.
Die Felgengröße wird als ETRTO-Maß angegeben, also der Felgen-Innendurchmesser in Millimetern. Gängige Werte:
- 622 mm – 28″/29″/700C (Rennrad, Gravel, Trekking, 29er-MTB)
- 584 mm – 27,5″/650B (MTB, Gravel)
- 559 mm – 26″ (klassisches MTB)
- 406 mm – 20″ (Klapprad, BMX)
Weil dieselbe Felge (z. B. 622 mm) bei einem 25-mm-Rennradreifen und einem 57-mm-MTB-Reifen ganz unterschiedliche Umfänge ergibt, ist die Reifenbreite ein eigenes Eingabefeld.
Ablauflänge im Jugendradsport (BDR)
Im Jugendradsport ist die Ablauflänge nicht nur eine Kennzahl, sondern eine Wettkampfvorschrift. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) begrenzt die maximale Entfaltung je Altersklasse – das schützt die Gesundheit der jungen Sportlerinnen und Sportler (u. a. die Knie) und sorgt für faire Bedingungen. Kontrolliert wird per Auflaufkontrolle: Das Rad wird im größten Gang eine Kurbelumdrehung abgerollt, die zurückgelegte Strecke darf den Grenzwert nicht überschreiten. Maßgeblich ist ausschließlich die Ablauflänge – nicht die reine Zähnezahl.
Die aktuellen Grenzwerte für den Straßenrennsport (Wettkampfbestimmungen, Stand 4/2024):
- U11 (10 Jahre und jünger): 5,70 m
- U13 (11/12 Jahre): 5,70 m
- U15 (13/14 Jahre): 6,20 m
- U17 / Jugend (15/16 Jahre): 7,70 m
- U19 / Junioren: keine Beschränkung
Wähle im Rechner oben deine Klasse aus – er prüft dann automatisch, ob deine Übersetzung zulässig ist, und nennt dir das kleinste erlaubte Ritzel. Für Bahn und andere Disziplinen gelten teils abweichende (oft etwas höhere) Werte. Verbindlich ist immer die aktuelle Sportordnung bzw. die Wettkampfbestimmungen des BDR auf rad-net.de.
Welche Entfaltung ist sinnvoll?
Die passende Entfaltung hängt von Einsatzzweck und Fitness ab. Ein paar Orientierungswerte pro Kurbelumdrehung:
- Berg-/Klettergang: etwa 1,5–2,5 m – lässt dich steile Anstiege mit hoher Trittfrequenz fahren.
- Ebene/Alltag: etwa 4–7 m – der Bereich, in dem man am meisten unterwegs ist.
- Schneller Endgang: etwa 8–10 m (Rennrad) – für hohes Tempo bergab oder mit Rückenwind.
Als Faustregel gilt eine Trittfrequenz von 80–100 Umdrehungen pro Minute als effizient und gelenkschonend. Wähle die Gänge so, dass du diese Frequenz in möglichst vielen Situationen halten kannst.